Pokerstrategie
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In folgender Beispielhand wollen wir uns damit beschäftigen wie Sie Made Hands richtig spielen auch wenn Sie so gut wie keine Informationen und Reads auf Ihren Gegner haben und wie wichtig in so einem Fall das Wissen um Ihre Pot Odds ist.

Poker Strategie Made Hands

Ausgangssituation: No Limit Cash Game, Blinds $2/$4
Ihre Position: Under the Gun
Ihre Holecards:
10♥9♥

Flop: 5♥7♥Q♥

Was bisher geschah: Sie haben vor dem Flop gelimpt und niemand erhöhte. Am Flop treffen Sie einen Flush und wetten in Höhe des Pots.

Am Flop callt ein Spieler aus Mittlerer Position.

Turn: K♣

Am Turn spielen Sie erneut eine Pot-Size-Bet ($20). Etwas überraschend geht der einzige verbliebene Gegner – der aus Mid Position – All In.

Im Pot befinden sich nun $90. Ein Call kostet Sie nun $30.

Was tun?

Da Sie keine Informationen über Ihren Gegner haben sollten Sie mitgehen.

Die Analyse ergibt, dass Ihr Gegner sehr wahrscheinlich eine der vielen Hände hält die schlechter als Ihr Flush sind.

Er könnte 5-5 oder 7-7 haben. Mit Q-Q oder K-K hätte er wohl vor dem Flop bereits erhöht und nicht gecallt.

Ein Full House haben Sie nicht mehr zu befürchten, ebenso wenig eine Straight Flush.

Er könnte natürlich am River noch ein höheres Flush als Sie bekommen – die Wahrscheinlichkeit dafür ist aufgrund der bereits zahlreich aufgedeckten Herzen eher unwahrscheinlich.

In so einer Situation helfen Ihnen nur noch die Pot Odds weiter – und diese favorisieren Sie ganz eindeutig. Rund 1 zu 3 betragen Ihre Pot Odds.

In der vorliegenden oder einer sehr ähnlichen Situation müssten Sie also nur in einem von vier Fällen gewinnen um Profit zu machen.

Fazit:
Haben Sie keinen Read auf Ihren Gegner und auch sonst wenig bis keine Informationen, dann helfen Ihnen nur noch die Pot Odds weiter. Langfristig werden Sie so Gewinn machen.

Linktipp:

Final Table Poker StrategieZu welchem Spieltertyp gehören Sie am Final Table? Gehören Sie zu den Spielern die sich ängstlich/vorsichtig einen Platz nach dem anderen noch oben folden oder gehen Sie aufs Ganze und spielen auf Sieg.

Um ehrlich zu sein, selbst sehr gute Multi Table Tournament Spieler kommen in großen und preisgeldstarken Poker Turnieren nur in 15% – 25% der Fälle ins Geld. Daher ist es vielleicht keine schlechte Idee auf Sieg zu spielen.

Die erste Frage die Sie sich am Final Table stellen und beantworten müssen ist – was Ihre Gegner vorhaben. Vielleicht sitzen Sie an einen Tisch mit vielen Spielern für die es einen großen Unterschied macht ob sich Neunter oder Siebenter werden.
Was sind die Ziele Ihrer Gegner? Es ist entscheidend für den weiteren Verlauf des Final Tables und Ihrer Strategie zu wissen, welche Pokerspieler bereits sind Risiken einzugehen und welche Spieler versuchen sich einen Preisgeldrang nach oben zu folden.

Logisch, dass es meist die Short Stacks am Tisch sind, die darauf hoffen den einen oder anderen Platz gutzumachen.

Sind Sie selbst der Short Stack sollten Sie keine Angst haben als Neunter auszuscheiden – denn den Mutigen gehört die Welt (und das Preisgeld!).
Bekommen Sie eine gute Hand (A-J, ein Pocket Paar oder ähnliches) gedealt heißt es All-In. Die Blinds würden Sie ohnehin demnächst auffressen und Abwarten und Teetrinken ist bei so einer Hand nun wirklich nicht angesagt. Sie müssen Blinds stehlen und vielleicht auch den einen oder anderen Coin Flip gewinnen, wollen Sie es noch ganz nach oben schaffen.

Die Spieler mit dem zweit- oder drittgrößten Stack sind in einer sehr spannenden Ausgangslage. Natürlich können sie in so einer Position einige Runden lang folden und sich einen Platz nach dem anderen sichern – aber wäre das nicht pure Verschwendung Ihrer Chips?

Wollen Sie das wirklich große Geld, müssen Sie den Chip Leader angreifen.

Versetzen Sie sich mal in die Lage des Chip Leaders – er will wahrscheinlich nicht mit den einzigen Gegnern am Tisch fighten die im gefährlich werden können. Reraisen Sie den Führenden ruhig mal und zeigen Sie Ihm, dass er Sie ganz sicher nicht herumschubsen kann. Folden Sie allerdings zu jedem Raise des Chip Leaders öffnen Sie Tür und Tor um überrannt zu werden. Machen Sie dem Big Stack also ganz unverständlich klar, dass mit Ihnen nicht gut Kirschen essen ist, und das Sie bereit sind Risiken einzugehen.

Sind Sie der Chip Leader, dann verwenden Sie Ihren Stack als todbringende Waffe. Raisen Sie öfter als normal – so lange, bis Sie auf Widerstand stoßen. Hält keiner Ihrer Gegner dagegen (ein Traum-Szenario) dann spielen Sie weiter den Bully und schauen Sie sich den Kampf um Platz zwei an.

Wie Sie sehen hängt Ihre Final Table Strategie von Ihrem Chip Count ab – aber denken Sie immer daran: an einen Final Table kommen Sie nicht alle Tage! Nehmen Sie ruhig ein wenig Risiko und holen Sie sich den ersten Platz oder zumindest einen Top-Rang!

Hier gibts noch mehr Poker Strategie

7 Card Stud Strategie: Burned Cards

Nehmen wir an Sie spielen mit zwei Gegnern und folgenden Händen:

7 Card Stud Burned Cards StrategieSie spekulieren auf ein Ass-Drilling oder ein hohes Doppelpaar.

Ein Blick in die Runde sollte Sie aber schnell wieder auf den Boden der Realität befördern. Denn was Sie hier sehen sollte Sie abhalten irgendein Risiko einzugehen.

Sie sehen bei Ihren beiden Gegnern ein Ass und einen Buben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie in der nächsten Runde das dritte und letzte Ass bekommen ist verschwindend gering und nur das Hoffen auf den Ass-Drilling würde eine Mitgehen nicht rechtfertigen.

Auch die Chance auf Two-Pair (Asse und Buben) ist sehr klein. Erstens sind nur noch zwei Buben im Spiel, ein Bube ist bereits eine so genannte Burn Card (verbrannte Karte) das diese bei einem Gegner liegt. Des weiteren müssen Sie bedenken, dass die wenigen Outs die Sie mit dieser Hand haben möglicherweise gar keine mehr sind, sondern schon bei Ihrem Gegnern sind und diese mit dem Ass oder dem Buben selbst ein Pärchen auf der Hand halten.

7 Card Stud Strategie: Gegner lesen

Wie bei allen Pokervarianten müssen Sie jede Information die Ihnen Ihre Gegner bieten beurteilen und in Ihre Taktik einfließen lassen. Beim Seven Card Stud haben Sie eine Menge Infos – halten Sie immer die Karten Ihrer Gegner im Blick.

Es ist meist gar nicht schwer sich auszurechnen welche Kombinationen Ihre Gegner halten bzw. auf welche sie wetten. Bedenken Sie aber, dass Sie drei Karten nicht kennen, im schlimmsten Fall liegt dort ein Drilling Asse verborgen und wird einem offenen Paar ur Monsterhand.

Mit der Zeit werden Sie merken, dass es recht einfach ist, die Range Ihrer Gegner richtig einzuschätzen – also jene Karten die Ihre Gegner halten bzw. auf welche sie hoffen.

Ganz generell gesprochen sollten Sie nur dann im Spiel bleiben, wenn Ihre Karte die offenen Karten schlagen.

Beispiele:

7 Card Stud Strategie gegner lesen 2Achtung – Flush Gefahr.

Dieses Blatt eignet sich auch wunderbar zum Bluffen.

7 Card Stud Strategie Gegner lesen 1Auch hier ist Gefahr im Verzug!

Der offene Drilling könnte ein Vierling oder ein Full House sein.

Halten Sie Karten, die niedriger als ein Drilling sind sollten Sie sich auf jeden Fall aus der Hand verabschieden. Beginnt ein Setz-Krieg am Tisch, dann sollten Sie auch mit einer kleinen Straight oder einem kleineren Drilling folden.

7 Card Stud Strategie gegner lesen 3Sie sehen zwei König vor einem Gegner liegen. Erhöht dieser den Einsatz deutet alles auf einen Drilling oder ein Doppelpaar hin.

Wie bei allen Pokervarianten gibt es auch bei 7 Card Stud Bluffs – obige Hand eignet sich besonders gut dazu, erscheint doch jeder Bluff mehr als glaubwürdig.

Des weiteren sollten Sie versuchen Ihre Gegner einzuordnen. Haben Sie einen Maniac am Tisch der ständig mit mittelmäßigen oder schlechten Blättern erhöht, sollten Sie Ihre guten Karten nicht gleich folden. Wird ein tighter Rock plötzlich zum Raise-Monster ist Vorsicht angesagt.

Sie selbst sollten danach trachten des öfteren die Gänge zu wechseln und es Ihren Gegnern so schwer wie möglich machen einen Read auf Sie zu bekommen. Spielen Sie also nicht nur nach Rezept – variieren Sie!

Weitere geplante 7 Card Stud Strategie Artikel:

  1. Seven Card Stud Basics – Regeln
  2. Die besten Startkarten bei 7 Card Stud
  3. Karten merken beim Seven Card Stud
  4. Burned Cards und Gegner lesen beim 7 Card Stud
  5. Die erste Wettrunde – Third Street
  6. Die zweite Wettrunde – Fourth Street
  7. Die dritte und vierte Wettrunde – Fifth und Sixth Street
  8. Die fünfte  Wettrunde – Seventh Street

Nachdem sich die Full Tilt Poker Rush Poker Multi Table Turniere und die Rush Poker Sit and Go Turniere, die starten sobald sich 135 Spieler angemeldet haben, immer größerer Beliebtheit erfreuen wollen wir uns in diesem Artikel mit ein paar grundlegenden Strategien für Rush Poker Turniere beschäftigen.

Rush Poker Turnier Strategie

Natürlich sind die Regeln denen Rush Poker Turniere folgen die gleichen Regeln wie in normalen Texas Holdem Poker Turnieren. Der entscheidende Unterschied liegt in der extremen Dynamik des Spiels.

Diese Dynamik bedeutet, dass Sie ihre Spielweise anpassen müssen um Ihren ROI den Sie in “normalen” Hold’em Turnieren erreichen halten zu können.

Bevor Sie weiterlesen, empfehlen wir, dass Sie bereits erste Erfahrungen mit dem neuen Rush Poker Format gemacht haben – spielen Sie dazu ein paar Hände an den Rush Poker Cash Game Tischen oder ein paar billige Rush Poker Turniere.

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Strategie für die frühe Phase eines Rush Poker Tunriers:

Rush Poker (egal ob Cash Game oder Turniere) ist meist wesentlich tighter als Standard Pokerspiele, da ein Großteil der Spieler nur eine sehr kleine Range von starken Händen spielt und den Rest (quick) foldet.

Wie bei allen Formen von Holdem Sit and Go Turnieren gibt es natürlich auch bei Double or Nothing Sit-and-Gos einige so genannte Common Mistakes, also Fehler die oft und von vielen Spielern zu beobachten sind. Einige die uns am häufigsten Aufgefallen sind wollen wir Ihnen in diesem Poker Strategie Artikel vorstellen.

double or nothing sit and go strategie

Eines vorweg, waren DoN Sit N Go Turniere vor mehr als einem Jahr noch ein Kinderspiel zu gewinnen, hat sich das allgemeine Niveau auch dort stark verbessert – dennoch kann man heute wie damals immer noch gut abcashen in Double Ups wenn man folgende Fehler vermeidet.

1. Zu viele Hände zu früh spielen

Ein altbekannter Fehler der in jedem Sit-and-Go Turnier, egal ob DoN oder 10-seater, meistens ein Fehler ist. In der frühen Phase eines SNG empfiehlt es sich eigentlich immer thight zu spielen.

Während es in einem normalen Sit and Go durchaus okay ist auch in frühen Phasen mittlere Paare zu spielen (wenn es billig ist und Sie keinen Monster-Raise bezahlen müssen) sollten Sie dies in einem Double Up ruhig den anderen Spielern überlassen.

Selbst Hole Cards wie A-Q, A-J, und T-T sollten Sie in den ersten paar Runden folden – wenn Sie anfangen solche Hände zu spielen werden Sie einfach zu oft gegen Monster verlieren.

2. Zu viele Calls

In einem Double or Nothing scheinen Spieler den Wert der Chips vollkommen falsch einzuschätzen. Neue DoN Spieler geben den Chips oft weniger Wert weil es für Sie so aussieht, dass es leichter ist zu cashen – immerhin kommen 50% aller Spieler ins Geld. Schließlich kann man mit dem letzten Blind auch noch gewinnen (ins Geld kommen).

Aber die Realität ist, dass die Chips in einem Double Up “mehr Wert” besitzen als in einem normalen Sit and Go.

Warum das so ist? Ein DoN ist ein “Survival” Spiel. Es geht nicht so sehr darum den größten Stack anzuhäufen wie in einem regulären Sit and Go. Sie müssen nicht erster von 10 Spielern werden, sondern den Cut – sprich, es unter die besten 50% des Turniers – schaffen. Dabei ist es egal ob Sie das als Chipleader oder “gerade so noch” schaffen.

Während es bei einem normalen Sit and Go einen erheblichen Unterschied ausmacht ob Sie Erster, Zweiter oder gar Dritter werden ist das bei einem Double Up vollkommen egal!

Bitte nicht falsch verstehen – auch in einem DoN hilft es natürlich enorm einen fetten Berg Chips vor sich stehen zu haben – aber letztendlich geht es nur ums überleben bis das die Hälfte aller Spieler ausgeschieden ist.

Oft sieht man Spieler in einem DoN die viel zu loose callen – speziell in den mittleren Phasen des Turniers. Oft ist das Resultat, dass diese Spieler ihren Stak kontinuierlich reduzieren in der Hoffnung “diesen einen großen Pot” zu gewinnen. Das dies in einem “Survival Turnier” oft gar nicht notwendig ist übersehen sie dabei.

Im folgenden Beispiel haben Sie noch 1.200 ihrer anfänglichen 1.500 Chips und die Blinds betragen augenblicklich 50/100. Sie callen einen Pre-Flop Raise von 300. Sie floppen einen anständigen Draw und callen weitere 300.

Und schwups sind 600 Ihrer 1.200 – oder anders gesagt die Hälfte Ihres Stacks – im Ars.h wenn der Turn nicht trifft! Und das in der mittleren Phase eines Turniers.

Denken Sie immer daran, dass Sie Fold Equity brauchen um einen Pot zu kassieren – gut, 600 ist bei dem Blind-Level immer noch okay. Aber Sie brauchen jetzt schnell eine Hand mit der Sie pushen können.

In der mittleren Phase eines Double Up sollten Sie keine Draws spielen – beteiligen Sie sich an einer Hand, dann sollten Sie Hole Cards haben mit denen Sie aggressiv pushen können. Spielen Sie nur Hände die einen Raise erlauben. Kassieren Sie die Blinds (und wie Sie ja wissen kassiert man Blinds nicht mit Calls)!

3. Als Big Stack jedes All In callen

Ein Fehler den man sehr oft sehen kann – ein Beispiel:

Es sind nur noch 6 Spieler im Turnier. Sobald der nächste ausscheidet sind alle anderen Spieler im Geld und der Big Stack callt jedes x-beliebige All-In des Short Stack – unabhängig von seinen Hole Cards. Vermutlich glaubt der Big Stack es sei seine verdammte Pflicht den Short Stack zu eliminieren und das Double or Nothing zu beenden.

Ganz ehrlich – das ist saudumm!

Wenn Sie einen signifikanten Vorsprung auf der Bubble haben gegenüber Ihren Gegnern, dann lehnen Sie sich doch einfach zurück und beobachten Sie die anderen wie Sie sich gegenseitig fertig machen. Sie sind auf der sicheren Seite und es gibt keinen extra Preis wenn Sie es sind der den Bubble Boy aus dem Turnier kickt. Klar, wenn Sie Monster Hole Cards haben, dann beenden Sie die Sache, aber sonst…

Am schlimmsten sind die Middle Stacks die sich so “künstlich” selbst in Bedrängnis bringen. In einem regulären Sit and Go ist das vollkommen okay einen Coin Flip zu riskieren – geht er auf, dann haben Sie gute Chancen zu cashen, aber in einem Double Up doch nicht. Lassen Sie die anderen die Drecksarbeit vollrichten.

4. Kein “Checking Down” spielen

Sorry Leute, uns fällt kein vernünftiger deutscher Begriff für “checking down” ein, aber folgendes Beispiel erklärt einen der unglaublichsten Double Up Sit and Go Fehler sehr gut.

Sechs Spieler sind noch im Turnier (nur zur Erinnerung: 5 kommen ins Geld, jeder erhält den gleichen Betrag) und ein Short Stack geht All-In, zwei Spieler callen und einer wettet danach noch einmal!

Ja, das sieht man gar nicht so selten! Daher noch einmal – in einem Double or Nothing gibt es keinen 1., 2., 3., 4. oder 5. Platz. Sobald der Bubble Boy raus ist endet das Turnier und es macht keinen Unterschied ob Sie 5.500 Chips oder 1 Chip haben – es gibt für alle das gleiche Preisgeld! Es gibt 50% Gewinner und 50% Verlierer!

Warum nach einem All-In eine Bet spielen? Check it down! Check, Check, Check! Die “extra Chips” die Sie vielleicht gewinnen sind vollkommen bedeutungslos. Gewinnen Sie das All-In endet das Turnier. Gewinnt der andere Caller endet das Turnier. Das Preisgeld ist in beiden Fällen das gleiche.

Gewinnt der Short Stack geht das Turnier weiter – nur haben Sie dann noch weniger Chips weil Sie diese Bet dann auch noch verloren haben.

In diesem Sit ‘N Go Strategie Artikel wollen wir ein Beispiel zeigen wie man Pre-Flop mit Connectors umgehen sollte und was tun wenn man Post-Flop plötzlich einen Big Draw hat.

Unsere Ausgangssituation:

  • No Limit Texas Holdem Sit and Go Turnier
  • Blinds: 50/100
  • 6 Spieler am Tisch
  • Chips: Sie sind der Chipleader mit 4.000, gefolgt vom Small Blind mit 3.500 Chips.

Ihre Hole Cards: 5♥ 4♠

Alle Spieler außer Ihnen (Big Blind) und der Small Blind folden.

Der Small Blind bezahlt das kleine Blind und geht mit.

Sie checken. Der einzige Spielzug den Sie mit ihren kleinen Connectors in einer unerhöhten Hand Pre-Flop spielen sollten.

Der Flop: 7♥ 8♥ 9♥

Der Small Blind checkt.

Sie checken ebenfalls – noch ist nicht der Zeitpunkt zu erhöhen, auch wenn Sie einen Herz-Straight-Flush-Draw haben.

Der Turn: 5♠

Der Small Blind checkt.

Nachdem der SB abermals checkt können Sie hier versuchen herauszufinden woran Sie sind. Sie haben Bottom-Pair was nun wirklich nicht viel mehr als Nichts ist, aber Sie können mit einer Wette versuchen den Small Blind aus der Hand zu drängen.

Hält dieser eine ähnlich schwache Hand wie Sie wird er es nicht wagen mitzugehen – der 5er am Turn könnte ja Ihre Straight perfekt gemacht haben. Und wie Sie sicher wissen, brauchen Sie eine wesentlich stärkere Hand zu Callen als um zu Raisen (siehe unseren Artikel zum Gap-Konzept).

Sie setzen 300. Das ist der dreifache Big Blind und sollten Sie danach aussteigen müssen, tut Ihnen das mit Ihrem Stack nicht wahnsinnig weh. Andererseits sind der dreifache Big Blind genug um Ihren Gegner zu zeigen dass Sie den Pot für sich beanspruchen.

Der Small Blind geht All-In!

Was tun?

Die Antwort: Steigen Sie aus!

Auch wenn Sie einen Herz-Straight-Flush-Draw und Bottom Pair haben sprechen zu viele Gründe für den Fold:

  1. Sie haben zwar einen Herz-Straight-Flush-Draw, aber wenn der SB ein höheres Herz hat verlieren Sie auch mit einem Flush.
  2. Kommt eine 6 und ist kein Herz, haben Sie das schwache Ende der Straight und der Gegner schlägt Sie möglicherweise mit einer höheren Straße.
  3. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Small Blind ein mittelhohes Paar am Flop getroffen hat (8-8 oder noch wahrscheinlicher 9-9). Dafür spricht sein vorsichtiger Check vor dem Flop und die Action nach Ihrem Einsatz auf dem Turn. Er liegt also mit großer Wahrscheinlichkeit vorne.
  4. Der Pot ist zu klein als dass Sie den Großteil Ihrer Chips riskieren sollten um diesen kleinen Pot zu gewinnen.

Auch wenn der Straight-Flush-Draw noch so verlockend sein mag, sollten Sie dennoch folden – die vorliegende Situation ist einfach nicht profitabel genug.

Weitere Sit and Go Strategie Artikel:

In diesem Poker Strategie Artikel wollen wir Ihnen zeigen, dass es auch Situationen gibt in denen Sie die stärkste aller Starthände folden sollten – so weh dies auch tun mag.

Wie Sie aus unserer Pokerhand – Starthand Tabelle wissen, kommt es rein statistisch nur alle 220 Hände vor dass Sie sich über Pocket Aces (Pocket Rockets) freuen dürfen. Wie Sie weiters wissen gewinnen Pocket Aces am Ende in über 30% der Fälle.

Poker Strategie Pocket Rockets Aces

Nun aber zu unserem Beispiel.

Die Ausgangssituation:

  • No Limit Texas Holdem Cash Game
  • Blinds: $4/$8
  • Ihre Hole Cards: A♥ – A♠
  • Sie sitzen in Under The Gun ($1.000) und erhöhen auf $32.
  • Der Spieler in der Big Blind (ebenfalls $1.000) geht mit.

Der Flop: 4♠ – 7♣ – 10♦

Der perfekte Flop für Ihre Monster Hand!

Action:

  • Der Gegner in der Big Blind wettet $55.
  • Ohne zu zögern verdoppeln Sie auf $110.
  • Zu Ihrem Entsetzen geht der Big Blind mit seinem ganzen restlichen Geld All-In.

Was tun?

Eine verdammt schwierige Situation. Sie wissen, dass es vielleicht das einzige Mal an diesem Abend ist, dass Sie Pocket Aces gedealt bekommen und der Flop (Rainbow Flop) einfach perfekt für Sie ist.

Wenn wir davon ausgehen, dass der Gegner kein kompletter Maniac sondern ein normaler, semi-tighter bis tighter Spieler ist müssen Sie davon ausgehen, dass dieser am Flop ordentlich getroffen hat – sonst würde er niemals nach Ihrem Raise over the Top gehen.

Sobald Sie sich vom Schrecken erholt haben sollten Sie die Situation nüchtern und klar analysieren:

  • Hält Ihr Gegner nicht mehr als Top Pair (T – T) würde er wohl nicht derart aggressiv ans Werk gehen – es sei denn es handelt sich doch um einen Maniac.
  • Die Gemeinschaftskarten (das Board) sprechen klar gegen einen Draw den der Gegner jetzt wie auf Drogen wettet. Mit 5 – 6 als Hole Cards hätte wohl kaum ein Spieler Ihre $32 (vierfacher Big Blind) Pre-Flop gecallt.
  • Am wahrscheinlichsten ist, dass Ihr Gegner ein Set (Drilling) getroffen hat (TTT, 777 oder 444). Es handelt sich hier wohl um TTT, denn mit 44 aber auch 77 hätte er Pre-Flop tendenziell gefoldet.

So bitter diese Analyse für Sie auch sein mag – aber Sie liegen in diesem Fall hinten.

Sollten Sie keine bombenfesten Anzeichen dafür haben, dass Ihr Gegner blufft, sollten Sie nicht um Ihr ganzes Geld zocken sondern das All-In Ihres Gegners respektieren und folden.

Linktipp: Weitere Poker Strategie Artikel

Beim 7 Card Stud ist es nicht nur enorm wichtig die Startkarten die Sie vor Ihren Gegnern offen liegen sehen zu analysieren sonder sich auch jene Karten zu merken die Ihre Gegner aufgegeben haben.

7 Card Stud StrategieWenn Sie zum Beispiel auf einen Neuner-Drilling hoffen, dann müssen Sie wissen ob einer Ihrer Gegner in einer der früheren Wettrunden einen Neuner weggeworfen hat oder nicht.

Gleiches gilt natürlich auch für Straßen und Flush Draws.

Spielen Sie auf einen Herz-Flush dann sollten weder mehrere Herz offen vor Ihren Gegnern liegen noch sollten Herz bereits aufgegeben worden sein. Selbstverständlich müssen Sie dazu wissen wie viele Outs es für jede Hand gibt.

Das Merken der Karten beim 7 Card Stud ist enorm wichtig – zocken Sie unaufmerksame Gegner ab!

Es ist eigentlich gar nicht so schwer sich die wichtigen Karten zu merken als es zu Beginn für 7 Card Anfänger aussieht.

  • Ordnen sie die Karten gedanklich in eine aufsteigende Reihenfolge – so fällt es den meisten Spielern leichter sich die Karten zu merken. Z.B.: 58JK
  • Die einzelnen Farben müssen Sie sich nur dann merken, sobald Sie sehen, dass mehrere Karten einer Farbe weggeworfen werden – denn ein Flush wird somit immer unwahrscheinlicher.

Weitere geplante 7 Card Stud Strategie Artikel:

  1. Seven Card Stud Basics – Regeln
  2. Die besten Startkarten bei 7 Card Stud
  3. Karten merken beim Seven Card Stud
  4. Burned Cards und Gegner lesen beim 7 Card Stud
  5. Die erste Wettrunde – Third Street
  6. Die zweite Wettrunde – Fourth Street
  7. Die dritte und vierte Wettrunde – Fifth und Sixth Street
  8. Die fünfte  Wettrunde – Seventh Street