Sie haben also in einem „Low Buy In“ Sit and Go Platz genommen mit der üblichen Ansammlung an Pokereinsteigern. Der erste Blindlevel ist winzig im Vergleich zum Start-Stack.
Sie sollten ausschau halten nach Spielern, die einen der häufigsten Fehler machen:
Zu viele Hände spielen – insbesondere aus schlechter Position.
Wir wollen im Folgenden den Fehler genauer beleuchten und Ihnen dann eine Gegenstrategie zeigen.
In einem durchschnittlichen Sit and Go mit geringem Buy In werden Sie viele Gegner haben die unglaublich viele Hände spielen, manche um die 40% aller Hände. Das bedeutet, dass zwischen 3 und 5 Spieler den Flop sehen.
Diese Spieler folgen der Logik, dass es noch sehr billig ist den Flop zu sehen und versuchen früh zu verdoppeln. Auch wenn dies von Zeit zu Zeit tatsächlich dem einen oder anderen Spieler gelingt – auf lange Sicht, sind die paar Chips das Risiko nicht wert.
Beispiel :
Sie sind als erster Spieler in der ersten Runde am Zug. Ihre Hole Cards Tc-Th. Nicht die schlechteste aller Hände aber auch kein Grund zum Jubeln.
Sie erhöhen auf den 3fachen Big Blind, also 60.
Jeder Spieler hat noch 1.500 Chips.
Und da „low Buy In“ Sit and Gos in der frühen Phase auch „no foldem“ genannt werden, passiert folgendes:
- Unmittelbar nach Ihnen ist Christina die Calling Station an der Reihe. Sie hat Kh-Jh, und natürlich called sie mit Ihren suited cards.
- Fred der Fisch aus 5ter Position hat 4d-4s und called ebenfalls – Sie und Christine könnten ja bluffen.
- Der aggressive Andi ist in 6ter Position und called mit seinen Suited Connectors 7-8 –es kostet ja fast nix.
- Bert, der Big Blind hat zwar bescheidene J9 off suited, aber für 40 weitere Chips ist er in einem 250er Pot dabei.
Die Frage, die Sie sich hätten stellen sollen, ist: Welchen Flop will ich hier sehen?
Sie haben leider nicht antizipiert, welche Karten Sie am Flop sehen wollen und wie wahrscheinlich das Eintreffen dafür ist.
Jede Over-Card, alle Connected Cards (insbesondere hohe) und alle Suited Cards sollten Ihnen die Sorgenfalten auf die Stirn zeichnen. Klar, einmal in circa 7-8 Runden, werden Sie den dritten 10er floppen, aber was tun, wenn eine der oben beschriebenen Situationen eintritt?
Natürlich gibt es Umstände, in denen es Sinn macht zu zocken. Aber auf lange Sicht werden Sie mehr Geld verlieren als gewinnen. Sicher, von Zeit zu Zeit werden Sie verdoppeln, aber meistens leider nicht. In rund 3 Sit and Go aus 4 finden sich Spieler die dieser Taktik folgen in den späteren Phasen des SNG als Small Stacks wieder – und das ist nicht nur ein Problem, das ist eine Katastrophe!
Für die mittlere und späte Phase eines Sit and Go müssen Sie über ausreichend Fold Equity verfügen! Opfern Sie Ihre Fold Equity nicht mit solch riskantem Spiel in der frühen Phase des Turniers!
Die Gegenstrategie heißt: „Tight, tighter, am tightesten!“
Spielen Sie nur Monsterhände! Under the Gun (als erster Spieler) folden Sie die beiden 10er, passen Sie mit AJs aus mittlerer Position. Passen Sie auch mit AK, wenn vor Ihnen bereits erhöht und ein Re-Raise gespielt wurde.
Wenn Sie im Spiel bleiben wollen, dann sollten Sie dies meist nur mit einem ordentlichen Raise tun, mit dem Ziel, das Feld Ihrer Gegner auf einen einzigen Spieler zu dezimieren.
Ist Ihre Hand nicht stark genug für einen Raise – dann ist sie es nicht Wert gespielt zu werden!
Lassen Sie die Fische sich gegenseitig rauskicken! Seien Sie geduldig und heben Sie sich Ihre Chips für die Middle Stages des Sit and Go Turniers auf – so kommen Sie öfter ins Geld, und nur um das geht es!
Aber natürlich gilt: keine Regel ohne Ausnahmen!
Klar gibt es auch in der frühen Phase eines Sit and Go Situationen in denen es richtig ist Hände, die keine so genannten Monster sind, zu spielen.
Insbesondere mittlere und niedrige Paare, sowie Suited Connectors (9-10 und besser) aus guter, also später (idealerweise letzter) Position.
Wenn vor Ihnen nur der Big Blind mitgegangen wurde und Sie ein kleines Paar haben, dann gehen auch Sie vom Button einfach nur mit.
Wenn Sie am Flop ein Set bekommen: Bingo! Falls nicht, schmerzt es kaum das Pärchen zu folden.
Position ist hier das Zauberwort!
Aus letzter Position haben Sie alle Informationen über Ihre Gegner und kaum ein Risiko mehr, dass Sie noch aus der Hand geraist werden. Und auch nach dem Flop müssen alle Gegner wieder vor Ihnen agieren.
Mit Suited Connectors sollten Sie noch vorsichtiger handeln – Top Pair ist meist nicht gut genug einen großen Pot zu spielen! Erhöhen Sie nicht, sondern spielen Sie nur wenn es nach wie vor billig ist.
Wenn der Flop aber ideal für Sie war (Top Two Pair, Straight oder Flush), dann wetten Sie ordentlich – und bringen Sie die Chips ins Trockene!
Sit and Go Starthände in der Frühen Phase:

Achtung! Bitte bedenken Sie, dass es für Poker kein Kochrezept gibt. Verwenden Sie diese Starthandtabelle als Richtlinie für Ihr Spiel. Beachten Sie wie sich die empfohlenen Spielzüge abhängig von Ihrer Position und der Action vor Ihnen verändern.
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